# 1. SK Ottakring: 1. Obfrau – Nikola Mayrhuber
Von Hassan Khanteche (5AHMIM 2016)
Nach etwas mehr als hundert Jahren Vereinsgeschichte steht erstmals eine Frau an der Spitze des 1923 gegründeten 1. Schachklub Ottakring: Nikola Mayrhuber ist als junges Mädchen mit zehn Jahren dem Verein beigetreten. Ihr Vater hat sie damals animiert, am Schachkurs in ihrer Volksschule teilzunehmen.
Ihr erster Erfolg war der Sieg bei „Schach im Hort“, sagt sie in einem Interview für die Website von „Frau Schach“, dem ersten und einzigen Frauenschachklub in Österreich. Bereits mit fünfzehn Jahren erreichte sie dann eine Elo-Zahl von über 2000. Heute ist die FIDE-Meisterin seit vielen Jahren festes Mitglied des österreichischen Frauen-Nationalkaders. Ein besonderer Höhepunkt war die Teilnahme an der Schacholympiade 2022 in Indien. 2024 wurde sie zudem Vizestaatsmeisterin der Frauen.
Neben ihrer Karriere im Schachsport arbeitet die studierte Wirtschafts- und Politikwissenschaftlerin (Master-Abschluss mit Auszeichnung 2025 an der LSE – The London School of Economics and Political Science) bei der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der Wirtschaftskammer Österreich.
Verstärkt wird das Team mit der jetzt neu gewählten Vizepräsidentin Lidia-Rebeca Geabou. Sie ist Mutter von zwei Kindern und Gründerin des gemeinnützigen Vereins „Project Square 65“. Die aus Rumänien stammende ausgebildete klassische Pianistin will sich mit ihrer Außenperspektive auf Schach bewusst mit neuen Impulsen in den Verein einbringen.
Ihr Sohn Erik-Raphael Geabou-Silveira wurde letztes Jahr U8-Staatsmeister in Österreich und qualifizierte sich damit als einziger Österreicher für die Jugendweltmeisterschaft in Kasachstan. In Kooperation mit ihrem Verein „Project Square 65“ möchte Rebeca in Ottakring mehr gemeinschaftsbildende Veranstaltungen sowie mehr Schachturniere für Kinder organisieren.
Ein weiterer weiblicher internationaler Neuzugang im Vorstand des Vereins ist die Sozialwissenschaftlerin Emilia Castelao. Sie kommt ursprünglich aus den USA und forscht über die politische Dimension von Schach in der Zeit des Kalten Krieges. Darüber hinaus ist sie Gründerin und Vorsitzende der Women in Chess Foundation, einer NGO, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben von Frauen in der Schachwelt zu verbessern.
Mit diesen drei Frauen (und drei Männern) im Vorstand stellt sich der Verein zukunftsorientiert und gemäß seinen vier Säulen auf, deren Ziele darin bestehen, die Förderung von Breitenschach, Spitzenschach, Frauenschach und Kinderschach allen Menschen zugutekommen zu lassen.
Mit der Wahl des neuen Vorstands wurde und wird in gewisser Weise zu Ende geführt, was in der Ära des langjährigen SKO-Obmanns Harald Schneider-Zinner begann: Er hat nicht nur unsere derzeit besten Spielerinnen und Spieler trainiert und unseren Verein damit in die 1. Bundesliga geführt, sondern auch die Zusammenarbeit mit „Frau Schach“ initiiert, die zahlreiche Frauen und Mädchen zum 1. Schachklub Ottakring gebracht hat.
Fotos von der Generalversammlung am 23. April 2026 in der Bibliothek der HTL Wien West: Lidia-Rebeca Geabou und Nikola Mayrhuber mit den bisherigen Obleuten Hassan Khanteche und Elikya Archan; auf dem Foto rechts mit Emilia Castelao, die ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurde.
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